Hubertus Apotheke Beratung

Diabetische Neuropathien

Neuropathie bei Diabetes
Quelle: ABDA

Diabetische Nervenerkrankungen (Neuropathien) sind neben den verschiedenen Angiopathien typische Folgeerkrankungen eines anhaltend schlecht eingestellten Diabetes mellitus. Sie treten bei mehr als jedem dritten Diabetiker auf und sind verantwortlich für zum Teil schwerwiegende und unangenehme Beschwerden. Wie bei Angiopathien, stellen sich auch die Symptome der Neuropathien erst im Laufe der Zeit ein. Die Nervenschädigung beginnt jedoch häufig schon in frühen Phasen der Erkrankung. Eine möglichst frühe Diagnose durch spezielle Nervenuntersuchungen und eine langfristig gute Diabeteseinstellung sind oberste Priorität, um vermeidbare Komplikationen abzuwenden. Unter dem Begriff "diabetische Neuropathien" verbergen sich eine Vielzahl verschiedener Störungen, die im Prinzip alle Organsysteme des Körpers erfassen können. Man unterscheidet zwei Hauptformen der diabetischen Nervenschädigung: die periphere und die autonome Neuropathie. Das Team der Hubertus-Apotheke möchte Ihnen im folgenden einen kurzen Überblick über diese zwei Formen geben.

Periphere Neuropathie
Bei der peripheren Neuropathie handelt es sich um Erkrankungen des willkürlichen Nervensystems; die geschädigten Nerven befinden sich im Bereich der Füsse, Beine, Hände und Arme. Symptome sind beispielsweise brennende, stechende oder dumpfe Schmerzen, die vor allem in Ruhe auftreten, aber auch Missempfindungen wie Kribbeln, Wadenkrämpfe, Muskelschwäche bis hin zu Lähmungserscheinungen. Die Beschwerden treten in der Regel symmetrisch, also auf beiden Körperseiten gleichzeitig auf.

Aufgrund einer herabgesetzten Empfindung für Druck, Berührung, Temperatur und Schmerz, kombiniert mit stark trockener und rissiger Haut, kann es zur Ausbildung von unbemerkten Druckstellen, Geschwüren oder Wunden mit Wund- und sogar Knocheninfektionen kommen. Da zusätzlich die wundheilende Durchblutung eingeschränkt ist, treten starke Wundheilungsstörungen wie diabetische Füsse auf, die im Extremfall eine Amputation unumgänglich machen.
 

Autonome Neuropathie
Die autonome Neuropathie bezeichnet die Schädigung von unwillkürlichen, autonomen Nerven und äussert sich in einer Vielzahl von Symptomen der inneren Organe. Auch die autonome Neuropathie entwickelt sich schleichend; glücklicherweise kommt es selten und erst in späten Stadien zu ausgeprägten Beeinträchtigungen. Zu den häufigsten Beschwerden zählen Übelkeit und Erbrechen, Verstopfung oder Durchfall, Blutdruckabfall mit Schwindel, erhöhter Herzschlag in Ruhe und Potenzstörungen.

Insbesondere bei Patienten mit erheblichen Beschwerden im Bereich der autonomen Neuropathie ist die Lebenserwartung möglicherweise um das fünffache herabgesetzt. Eine langfristig gute Diabeteseinstellung sowie regelmässige Kontrollen der Nervenfunktion sind deshalb zur Prävention dringend einzuhalten. Es gibt eine Vielzahl zuverlässiger Untersuchungsmethoden, die Veränderungen des Nervensystems frühzeitig aufspüren können. Dazu zählen beispielsweise die Vibrationsmessung mittels Stimmgabeltest und die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit, welche Aufschluss über den Funktionszustand der peripheren, willkürlichen Nerven geben. Zur Beurteilung der autonomen Nervenfunktion dienen Messungen der Kälte- und Wärmeempfindung und des EKGs, welche ebenfalls in regelmässigem, einjährigen Abstand durchgeführt werden müssen.


 

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