Hubertus Apotheke Beratung

Aufklärung zur Impfung gegen Windpocken

Die Varizellenimpfung schützt vor Windpocken und den damit verbundenen Komplikationen.

Die Windpocken sind eine weit verbreitete Kinderkrankheit mit hoher Infektiosität. Nach einer Ansteckungszeit von 10-21 Tagen kommt es über 4-5 Tage zum Auftreten von juckenden Bläschen, die in Folge abtrocknen. Bis zum Abtrocknen aller Bläschen ist der Patient infektiös und darf nicht den Kindergarten oder andere Gemeinschaftseinrichtungen aufsuchen. Die durchgemachte Erkrankung hinterlässt einen lebenslangen Schutz vor Windpocken, im späteren Leben kann es jedoch zum Auftreten einer Gürtelrose (Herpes zoster) kommen.

Wissenschaftliche Studien ergaben, dass pro Jahr ca. 750.000 Personen an Windpocken erkranken, dabei vorwiegend Kinder bis zum Alter von 5 Jahren. Neben den beschriebenen juckenden Hautauschlägen, kann es zu Komplikationen im zentralen Nervensystem, zu Hautinfektionen und zu Infektionen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich und in der Lunge kommen. Selten wurden Blutvergiftungen, Muskelentzündungen, Herzentzündungen, Leberversagen und Versagen mehrerer Organe beobachtet. Bleibenden Schäden betrafen Narbenbildungen, Beeinträchtigung des Sehvermögens und Schädigung von Herzklappen. Insgesamt ergab sich eine Komplikationsrate von 5,7 % bei den an Windpocken Erkrankten. Es wurden pro Jahr 4 Todesfälle an Windpocken gemeldet.

Die verfügbaren Impfstoffe sind gut verträglich und erzielen eine hohe Schutzrate. Ob Geimpfte weniger an Herpes zoster erkranken, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht klar. Gelegentlich kommt es auch bei Geimpften zu Windpocken, wobei diese dann nur ein abgeschwächtes Krankheitsbild und eine geringere Komplikationsrate zeigen.

Die Impfung kann ab dem 12. Lebensmonat durchgeführt werden. Bis zum Alter von 12 Jahren ist eine einmalige Impfung ausreichend, ab dem 13. Geburtstag sind 2 Impfungen im Abstand von mindestens 6 Wochen erforderlich.

Nach der Impfung kann es in den ersten Tagen zu einer Schwellung bzw. Rötung an der Impfstelle kommen, daneben kann Fieber bis zu einer Woche nach der Impfung auftreten. Bei bis zu 5 % der geimpften, gesunden Kinder werden einige Tage nach der Impfung wenige flüssigkeitsgefüllte Bläschen auf der Haut beobachtet. Diese enthalten abgeschwächte Impfviren, die grundsätzlich übertragbar sind. Nach 16 Millionen Impfdosen wurden jedoch lediglich 3 Fälle einer Übertragung bekannt, die leicht verliefen.
 

Ob eine Impfung bei Ihrem Kind sinnvoll ist, besprechen Sie am besten mit Ihrem behandelnden Kinderarzt.

Autor: Dr. med. Reimund Schnitzler


 

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