Hubertus Apotheke Beratung

Rabatt auf Arzneimittel gesetzlich verboten

Die Landesapothekerkammer Baden-Württemberg verweist in einer Pressemitteilung zum Wegfalls des Rabattgesetzes auf diesen wichtigen Punkt hin, der in der Berichterstattung nur allzu oft vergessen wird.
 

"Apotheken dürfen wegen des Arzneimittels als besondere Ware, die einem anderen Preisbildungssystem unterliegt, keinen Rabatt gewähren." Darauf weist Karin Wahl, Präsidentin der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg aus Anlass des Wegfalls des Rabattgesetzes hin. Davon betroffen seien alle apotheken- und verschreibungspflichtigen Arzneimittel.
 

"Die in Apotheken gültige staatlich festgelegte Arzneimittel- preisverordnung soll garantieren, dass alle Patienten und Kunden in den Apotheken den gleichen Preis zu zahlen haben und nicht benachteiligt werden, wenn sie zum Beispiel im ländlichen Raum wohnen und keine Möglichkeit des Preisvergleiches haben", so die Kammerpräsidentin. Das schütze sowohl den Patienten als auch die Krankenkassen davor, im Notfall, wie etwa in den USA, zuerst einmal Preisvergleiche anstellen zu müssen.

"Der Apotheker handelt wettbewerbswidrig und riskiert ein Berufsgerichtsverfahren, wenn er Rabatte auf apothekenpflichtige Arzneimittel gewährt. Die Handelsspanne der deutschen Apotheken beträgt 27,1 %. Davon hat der Apotheker seine gesamte Apotheken- organisation - Personal, Räume, Versicherungen, EDV, weitere Betriebsausgaben und seine eigene Existenz - zu finanzieren", so Wahl weiter. Um die gewohnt hohe Qualität in den deutschen Apotheken flächendeckend zu erhalten, müsse die vom Gesetzgeber vorgegebene Handelsspanne dem optimalen Ablauf des Apotheken- betriebes zur Verfügung stehen.
 

Im Gegensatz zu anderen Gewerbetreibenden darf ein Apotheker die Preise des Großteiles seiner "Ware" nicht frei festlegen. Apothekenpflichtige Arzneimittel unterliegen einer besonderen gesetzlichen Regelung. Die Arzneimittelpreisverordnung bestimmt dabei verbindlich den Abgabepreis. Das sorgt zwar dafür, dass ein Arzneimittel in Hamburg genauso viel kostet wie in Stuttgart, gleichzeitig verbietet es aber dem Apotheker, frei zu kalkulieren. So darf dem Apothekenkunden weder ein Rabatt auf apothekenpflichtige Arzneimittel eingeräumt werden, noch darf der Apotheker mit sich handeln lassen.
 


 

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