Hubertus Apotheke Beratung

Obstipation (Verstopfung)

Formen und Ursachen

Die einzelnen Obstipationsformen unterscheiden sich grundsätzlich kaum in ihrer Symptomatik. Für die Therapie und ihren Erfolg spielt jedoch die Ursache eine entscheidende Rolle. Deshalb sollte bei jeder länger andauernden Verstopfung eine internistisch-gastroenterologische Untersuchung erfolgen, um die individuelle Form der Obstipation genau zu diagnostizieren und dann eine entsprechende Therapie einzuleiten.

Es werden folgende Formen der Obstipation unterschieden:

  • Funktionelle Obstipation
    In der überwiegenden Mehrheit der Fälle wird der Arzt eine funktionelle Obstipation feststellen. Chronische Stuhlentleerungsstörungen resultieren hierbei aus der ungesunden Lebensweise in den modernen Industrienationen, aus Bewegungsmangel, ballaststoffarmer und fettreicher Ernährung und zu geringer Flüssigkeitsaufnahme. Ungenügende Füllung des Darms und verzögerte Darmpassage führen zu fehlendem Dehnungsreiz der Dickdarmwand und ausbleibender reflektorischer Stuhlentleerung.
    Auch ständiges Unterdrücken des Stuhldranges kann als Ursache eine Rolle spielen, da das bewusste Unterdrücken nicht mehr zur reflektorischen Entleerung führt.
  • Situative Obstipation
    Darunter versteht man Darmträgheit aufgrund äußerer (exogener), vorübergehender Faktoren wie Stress, Prüfungssituationen, psychische Belastungen sowie Unregelmässigkeiten durch Reisen, vor allem bei Verschiebung der Zeit- und Klimazonen.
    Die situative Obstipation zählt in der Regel zu den akuten, vorübergehenden Verstopfungen.
  • Obstipation als Begleitsymptom organischer Erkrankungen
    Sie kann nerval, hormonell oder mechanisch bedingt sein. Veränderungen des Magen-Darmtrakts durch Entzündungen, gutartige oder selten auch bösartige Geschwulste, Stoffwechselerkrankungen wie Schilddrüsenunterfunktion, psychosomatische Erkrankungen wie Depressionen oder Erkrankungen des Zentralnervensystems wie Morbus Parkinson gehen häufig mit Darmträgheit und chronischen Stuhlentleerungsstörungen einher.
    Eine mechanische Behinderung des Stuhlgangs wird durch Hämorrhoiden hervorgerufen, da hier eine Erweiterung des Gefässgeflechts im Bereich des Schliessmuskels mit Blutungen und Schmerzen den reibungslosen Entleerungsvorgang stark beeinträchtigt.
  • Medikamentenbedingte Obstipation
    Sie tritt als Folge der Einnahme bestimmter Medikamente zur Behandlung einer Grunderkrankung auf. Häufig ist diese Form besonders problematisch, denn es muss eine akzeptable Möglichkeit erarbeitet werden, einerseits die notwendigen Medikamente weiternehmen zu können und andererseits die Verstopfung mittels Abführmitteln wirksam und risikoarm zu beseitigen. Typische "Verdauungshemmer" sind zum Beispiel starke Schmerzmittel aus der Gruppe der Opiate, einige Bluthochdruckmittel oder aluminiumhaltige Antacida.
    Auch chronischer missbräuchlicher Abführmittelmissbrauch führt auf Dauer zu Darmträgheit mit Verstärkung der Obstipation!
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