Hubertus Apotheke Beratung

Tipps zur Pollenallergie (Teil II)

Pollenallergien - Was kann ich tun?

Glücklicherweise gibt es einiges, was jede Allergikerin und jeder Allergiker tun kann, um sich besser zu fühlen:
 

Allgemeine Maßnahmen

Als Allergikerin oder Allergiker sollten Sie sich an ein paar Lebensregeln halten, mit denen Sie Ihre Pollenbelastung gering halten können:

  • Informieren Sie sich genau darüber, auf welche Pollen Sie allergisch reagieren. Wann diese fliegen, sagt Ihnen ein Pollenflugkalender
  • Trocknen Sie Ihre Wäsche nicht im Freien
  • Lüften Sie Ihre Räume am Besten nur in der Nacht
  • Verbannen Sie (besonders blühende) Pflanzen aus Ihrem Schlafzimmer
  • Waschen Sie abends Ihre Haare, denn darin verfangen sich Blütenpollen besonders gern
  • Verwandeln Sie Ihr Auto in eine pollenfreie Zone, indem Sie einen Pollenfilter in die Lüftungsanlage einbauen
  • Auf dem Land ist die Pollenbelastung am Morgen am größten, in der Stadt abends. Öffnen Sie zu diesen Zeiten möglichst nicht Ihre Fenster
  • Seien Sie vorsichtig beim Genuss von Honig und Kräutertees. Diese können Pollenrückstände enthalten, die beim Verschlucken eine allergische Reaktion auslösen können
  • In Ihrer Kleidung fangen sich über den Tag viele Pollenkörner. Ziehen Sie sich darum nicht in Ihrem Schlafzimmer aus und lagern Sie die getragene Kleidung nicht dort
  • Rasenmähen und Staubsaugen ist nichts für Allergiker(innen). Lassen Sie solche Arbeiten in dieser Jahreszeit lieber von einem nicht betroffenen Familienmitglied übernehmen

 

Medikamentöse Therapie

Es gibt zwei generelle Ansätze bei einer medikamentösen Therapie:

- Vorbeugende Mittel

Diese Mittel verhindern an bestimmten Stellen die Weiterleitung des "Alarmrufs", den die Zellen des Immunsystems beim Kontakt mit dem Allergen starten. Dadurch kann es nicht mehr zu der extremen Reaktion und dem damit verbundenen Allergieanfall kommen. Diese Mittel müssen allerdings etwa 14 Tage vor einer zu erwartenden Belastung eingenommen werden, im akuten Anfall sind sie leider fast völlig wirkungslos.

 

Pollenallergie

- Medikamente im akuten Allergieanfall

Dabei handelt es sich um Mittel, welche die Symptome bekämpfen, die beim Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff auftreten. Viele dieser Mittel sind verschreibungspflichtig und sollten nur unter ärztlicher Aufsicht verwendet werden. Es gibt aber auch einige, die im Zuge der Selbstmedikation von Ihnen eigenverantwortlich genutzt werden können, um Ihre Reaktionen zu lindern oder völlig zu unterdrücken. Je nach dem, zu welchen Reaktionen Sie neigen, sollten Sie die Medikamente entsprechend aussuchen. Es gibt sie meist in spezieller Dareichungsform als Augen- und Nasentropfen/-sprays, Salben mit Anthistaminika oder freiverkäufliche Kortisonsalben gegen Hautekzeme. Gegen sehr starke allergische Reaktionen, die nicht mehr lokal therapierbar sind, können Tropfen oder Tabletten angewandt werden.

Gerne beraten wir Sie dazu bei uns in der Hubertus-Apotheke!

- Hyposensibilisierung

Bei der sogenannten "Hyposensibilisierung" spritzt der Arzt den allergieauslösenden Stoff zunächst in extrem starker Verdünnung unter die Haut. Diese Injektion wird wöchentlich gesteigert, wobei die Dosis jedes Mal erhöht wird, bis das maximal erträgliche Maß erreicht ist. Diese Verdünnung wird dann im Zeitraum von mindestens drei Jahren monatlich injiziert. Durch diesen Prozess wird das Immunsystem an die Anwesenheit des Allergens regelrecht "gewöhnt". Dieser Therapieansatz kann zumindest 70 bis 80 Prozent der Betroffenen Heilung oder Linderung verschaffen.

Seit kurzem gibt es außerdem auch noch die Möglichkeit, eine Hyposensibilisierung mit Hilfe einer Lösung des Allergens durchzuführen, die nicht gespritzt, sondern unter die Zunge gegeben wird. Dieses Verfahren ist weniger allergieauslösend und weniger unangenehm als das klassische, leider ist aber auch die Erfolgsquote geringer.

 

Kreuz-Allergien

Es ist ein bekanntes Phänomen, dass Menschen, die auf bestimmte Pflanzenpollen allergisch reagieren, auch auf gewisse Obst- und Gemüsesorten reagieren können, die mit diesen Pflanzen verwandt sind. So vertragen Betroffene mit Baumpollen-Allergien oft kein Stein- und Kernobst (Äpfel, Kirschen, Nüsse) und Gräserpollen-Allergiker sollten beim Verzehr von Sellerie, Tomaten und Kartoffeln vorsichtig sein. Sprechen Sie über das Thema Kreuzallergie am Besten mit Ihrem Hausarzt oder Allergologen, um sich vor unangenehmen Überraschungen zu schützen. Ausführliche Informationen zu diesem Thema bietet außerdem der Deutsche Allergie- und Asthmabund.

 


 

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