Hubertus Apotheke Beratung

Schluß mit dem Rauchen!

1. Nikotinpflaster:

Bei den Nikotinpflastern handelt es sich um Membranpflaster (8,3/16,6 und 24,9 mg Nikotin pro Anwendung), die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind und zur Unterstützung bei der Raucherentwöhnung unter ärztlicher Aufsicht oder im Rahmen von Raucherentwöhnungsprogrammen angewendet werden können.

Die ärztliche Aufsicht ist erforderlich, da dieses Medikament, welches über die Haut Nikotin freigibt, vor allem eine gefäßverengende Wirkung im Körper auslöst. Gegenanzeigen sind also ein frischer Herzinfarkt oder Schlaganfall, eine instabile Angina pectoris mit Nitrolingualeinnahme, Herz- und Leberschwäche, hochgradiger Bluthochdruck, eine chronische Hauterkrankung, die durch das Pflaster irritiert und sogar aktiviert werden könnte, und natürlich keine Anwendung für Kinder. Natürlich müssen die Pflaster unzugänglich für Kinder aufbewahrt und auch zu entsorgen werden.

Nikotinpflaster

Bei schwangeren Raucherinnen sollte das Pflaster nur erwogen werden, wenn abzusehen ist, daß die Mutter weiterraucht. Die Risiken für Mutter und Embryo müssen entsprechend abgewogen werden. Im Allgemeinen ist allerdings bei Schwangeren der Einsatz alternativer Methoden wie z.B. die Akupunktur vorzuziehen.

Als Nebenwirkungen der Nikotinpflaster sind wie bei allen Medikamenten zur Nikotinsubstitution Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Zunahme der Herzschlagfolge, Bluthochdruck, Hautirritationen im Sinne von allergischen Reaktionen mit Hautreizungen, Juckreiz und Nesselsucht bekannt.

Die Zeichen der zu geringen Nikotinaufnahme sind als "Entzugssymptome" bekannt. Die häufigsten sind Ängstlichkeit, Depressionen, Schlafstörungen, Verstopfung, Blähungen, Migräne und Sodbrennen. Es kann zu Wechselwirkungen mit Koffein und Medikamenten kommen, die beschleunigt verstoffwechselt werden. Wichtig ist, daß der Patient während der Anwendung nicht raucht, keine anderweitigen Nikotinentwöhnungsmittel und auch keinen Kau- und Schnupftabak konsumiert, damit es nicht zu einer verstärkten Nikotinabhängigkeit kommt. Die Dosierung der Nikotinpflaster richtet sich nach dem jeweiligen Präparat. Grundsätzlich beginnt man unmittelbar nach Aufhören des Rauchens mit einer stärkeren Dosis und reduziert die Gesamtmenge Nikotin pro Pflaster im Abstand von 3 Wochen bis 3 Monaten unter ärztlicher Aufsicht. Die Anwendungsdauer ist nicht ausdrücklich begrenzt. Täglich morgens wird unmittelbar nach dem Aufstehen ein neues Pflaster auf eine saubere, trockene und unverletzte Hautpartie an Rumpf, Oberarm oder Hüfte geklebt. Die Kosten von 7 Pflastern betragen je nach Handelspräparat ca. 19-20,- €, von 14 Pflastern ca. 34-36,- €.

2. Nikotinnasenspray:

Die Zufuhr von Nikotin kann natürlich auch auf den Bedarfsfall beschränkt werden. Ein Nikotinnasenspray wird bei Rauchverlangen in 1-3 Dosen/Sprühstößen pro Stunde in jedes Nasenloch gesprüht. Dies entspricht einer Gesamtnikotinzufuhr von ca. 1 mg. Die Kosten der Sprühflasche betragen je nach Handelspräparat zwischen 31-34,- €.

3. Nikotinkaugummi:

Die Anwendung von Nikotinkaugummis erfolgt ebenfalls bedarfsorientiert. Beim Drang zum Rauchen wird jeweils ein Nikotinkaugummi gekaut. Dabei wird für dreißig Minuten abwechselnd gekaut und anschließend pausiert um das aus dem Kaugummi herausgelöste Nikotin über die Mundschleimhaut aufzunehmen. Danach sollen weitere dreißig Minuten ohne Kaugummi verstreichen, bevor mit einem neuen Kaugummi begonnen werden kann. Auch bei der Einnahme von Nikotinkaugummis wird empfohlen, mit der stärkeren Dosis zu beginnen. Nach wenigen Wochen kann es zu einer Dosisreduktion kommen. Je nach Präparat, Geschmack und Nikotindosis kosten 36 Kaugummis ca. 11,- €, 96 Kaugummis kosten ungefähr 26,- €.

4. Nikotinreduktionsfilter:

Während das Nikotinpflaster, das Kaugummi und das Nasenspray sowie die Akupunktur die sofortige Einstellung des Rauchens fordern, kann der Entwöhnungswillige bei den Nikotinreduktionsfiltern noch vier Wochen lang rauchen, allerdings mit immer weniger Nikotin pro Zigarette. Das Prinzip der Filter ist die Verringerung der Nikotinzufuhr in der ersten Woche um 15 % pro Zigarette, danach um 30, 65 und schließlich um 90%. Ab der 5. Woche sollte es jeder geschafft haben. Die langfristige Erfolgsquote liegt bei 25-35%. Die Filter kosten ca 21,- €.

5. Antinikotin-Medikamente:

Auch homöopathische Tropfen werden zur Raucherentwöhnungstherapie eingesetzt. Die Mittel enthalten kein Nikotin. Zu beachten ist allerdings, daß die Tropfen ca. 50% Alkohol enthaltenen. Der Preis für 30 ml beträgt ca. 11,- €, die Kosten für 100 ml liegen bei 20,- €.


 

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