Calcium

 

Calcium ist der wichtigste Bestandteil der Knochen; dort sind 99 Prozent davon "eingelagert". Darüber hinaus ist das Mineral in der Zahngrundsubstanz und im Schmelz der Zähne enthalten. Weniger bekannt ist, daß Calcium an zahlreichen lebensnotwendigen Funktionen des Organismus beteiligt ist - wie die Bewegung der Muskeln, die Stärke des Herzschlages, die Reizleitung im Nervensystem oder die Blutgerinnung.

Ein Prozent des gesamten Calciums wird daher mit dem Blutstrom zu den verschiedenen Organen transportiert. Allerdings "schwimmen" im Blutplasma nur knapp 50 Prozent in der freien Form, etwa 45 Prozent sind an Eiweißkörper und fünf Prozent an andere Substanzen gebunden (Phosphat, Bicarbonat, Citrat). Diese feine Verteilung wird von drei Hormonen gesteuert: dem Parathormon, dem Vitamin D und dem Calcitonin.

Normbereich:   Calcium (gesamt) 2,20 - 2,65 mmol/l (8,8 - 10,6 mg/dl)

Verminderung der Calcium-Konzentration:

  • verminderte Zufuhr
    • Resorptionsstörungen (gestörte Aufnahme) in Zwölffinger- und Dünndarm
    • Vitamin D-Mangel
  • vermehrter Bedarf 
    • Schwangerschaft
  • hormonelle Störungen
    • Unterfunktion der Nebenschilddrüsen
    • Unterfunktion der Schilddrüse
  • Chronische Nierenfunktionsstörung
  • Eiweißmangel
    •     Eiweißverlustniere (Nephrotisches Syndrom)
    •     Leberzirrhose
  • muskuläre Übererregbarkeit (tetanisches Syndrom)
  • Schilddrüsenkrebs
  • akute Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Arzneimittel
    • manche Diuretika (blutdrucksenkend, mit entwässernder Wirkung)
    • Barbiturate (Schlaf- und Beruhigungsmittel)
    • Phenytoin (Medikament gegen Epilepsie)

Erhöhung der Calcium-Konzentration:

  • übermäßige exogene Zufuhr
    • Milch
    • Antazida ("Säurehemmer" für den Magen)
  • überschießende Freisetzung aus dem Knochen
    • Brustkrebs mit Skelettmetastasen
    • Lungen-, Nieren-, Prostatakrebs
    • Bauchspeicheldrüsenkrebs
    • Leukämie
  • hormonelle Störung
    • Überfunktion der Schilddrüse  
    • Mangel an Glukokortikoiden (M. Addison)
  • Nierenfunktionsstörungen
    • nach akutem Nierenversagen
    • nach Nierentransplantation
  • Arzneimittel
    • Entwässerungsmittel (Diuretika)
    • Geschlechtshormone (Androgene, Östrogene)
    • Anabolika (hormonelle Aufbaumittel)
    • Lithium (Psychotherapeutikum)

Wichtig: 
Die Bestimmung der Calciumkonzentration im Blut ist für die Diagnose und Therapieüberwachung vieler Erkrankungen hilfreich.

Bei Verdacht auf einen bösartigen Tumor sollte der Calcium-Spiegel immer bestimmt werden. Fast die Hälfte aller erhöhten Calcium-Werte sind auf eine Krebserkrankung zurückzuführen! 
Ebenso ist bei Verdacht auf eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen die Calcium-Bestimmung angezeigt.

Beim Knochenschwund des älteren Menschen (Osteoporose) verändert sich die Calcium-Konzentration im Blut kaum, obwohl die Erkrankung mit einem permanenten Calcium-Verlust einhergeht!

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