Schutz- und Hilfsmittel bei Inkontinenz

 

In ihrer Not behelfen sich viele Männer anfangs mit Toilettenpapier oder Papiertaschentüchern, Frauen mit Monatsbinden. Das ist aber grundfalsch, denn weder die Feuchtigkeit noch der Geruch werden damit gebunden. Nur richtige Inkontinenzprodukte sind eine wirklich sichere Lösung.

Individuelle Lösungen
Der Kreis der Inkontinenzpatienten ist sehr unterschiedlich hinsichtlich Mobilität, Grad der Inkontinenz und körperlicher Verfassung. Deshalb ist es nicht möglich, ein einziges Schutzmittel zu entwickeln, das für alle Patienten die optimale Lösung ist. Sie sollten das für Sie geeignete Schutzmittel sorgfältig auswählen.

Zwei Schutzmethoden
Im Prinzip lassen sich die Hilfsmittel in zwei Gruppen gliedern:

  • Zweiteilige, die aus einer saugfähigen Einlage und einer elastischen Fixierhose bestehen, welche die Einlage festhält; für Männer und Frauen erhältlich.
  • Einteilige, bei denen die saugfähige Einlage durch einen Klebeverschluß befestigt wird. Sowohl für Männer als auch für Frauen geeignet.

Auswahlkriterien
Bei der Auswahl Ihres persönlichen Schutzmittels, sollten Sie folgende Faktoren berücksichtigen:

  1. Den Grad Ihrer Inkontinenz
  2. Wieviel Sie unterwegs sind
  3. Ihren Hüftumfang

Der Grad Ihrer Inkontinenz hängt davon ab, welche Urinmengen Sie verlieren und wie oft Sie inkontinent sind. Es gibt verschiedene Einlagen mit unterschiedlicher Saugfähigkeit. Die meisten sind aus einer Verbindung von Zellulose und sogenannten Superabsorbern hergestellt, die eine hohe Saugfähigkeit mit Tragekomfort und Zuverlässigkeit verbinden.
Wenn Sie aktiv und viel unterwegs sind, werden Sie wahrscheinlich finden, daß zweiteilige Lösungen den besten Schutz und den höchsten Tragekomfort bieten. Sie sind auch am unauffälligsten.
Schließlich ist auch Ihr Körperumfang für die Auswahl der Schutzwäsche maßgeblich. Es gibt verschiedene Ausführungen von elastischen Netzhosen, die sich wie normale Unterwäsche tragen lassen.

Hilfsmittel wechseln
Obwohl das Sicherheits- und Komfortbedürfnis individuell verschieden ist, gilt in der Regel, daß man bei Verwendung von Produkten, die Superabsorber enthalten, die Schutzeinlage nicht nach jedem Harnabgang auswechseln muß.
Hochsaugfähige Materialien können nämlich wesentlich mehr Flüssigkeit aufnehmen als Zellulose. In der Einlage saugt das superabsorbierende Material den Urin aus der Zellulose heraus, so daß die Oberfläche der Einlage angenehm trocken bleibt und die Zellulose weitere Flüssigkeit aufnehmen kann.

Der Umgang mit Abfall
Harninkontinenz bringt auch ein zusätzliches Problem der Abfallbeseitigung mit sich, das durchaus ernst genommen werden muß, weil sonst ein starker und unangenehmer Uringeruch entstehen kann (s. auch "Persönliche Hygiene").
Achten Sie darauf, daß Sie gebrauchte Einlagen oder Windeln nie länger als einen Tag im Abfalleimer liegenlassen. Es empfiehlt sich, sie außerdem in einen Plastiksack zu stecken, damit sich der Geruch nicht ausbreitet. Lassen Sie nie gebrauchte Einlagen oder Windeln herumliegen und denken Sie daran, daß es sich um Einwegprodukte handelt.
Im Falle eines zweiteiligen Schutz-Systemes sollten Sie beachten, daß die Fixierhosen waschbar sind und mehrmals verwendet werden können.

Kauf von Inkontinenz-Schutzmitteln
Bevor Sie zum erstenmal Inkontinenzschutzmittel kaufen, sollten Sie sich von jemandem, der das Problem kennt, sachkundig beraten lassen.
Inkontinenz ist für diese Personen etwas Alltägliches, sie kennen die damit verbundenen Probleme und die auf dem Markt erhältlichen Produkte.

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